Zurück Krishnamurti 1960
Was also wichtig ist, ist nicht Hoffnung, sondern
wie ich mein Problem betrachte. Ich stelle fest,
dass ich immer mein Problem im Licht des Ur-
teilens betrachte, indem ich es entweder verdam-
me, akzeptiere oder versuche, es zu ändern. Oder
ich betrachte es durch die Brille, den Schleier von
Rezepten, durch das, was jemand in der Bhaga-
vadgita gesagt hat oder was Buddha oder Christus
gesagt hat. Und so kann mein Geist, verkrüppelt
von diesen Rezepten, Urteilen, Zitaten, nie das
Problem verstehen, er kann es nie betrachten. Kann
nun der Geist sich von diesen angesammelten Ur-
teilen befereien?
Bitte verfolgen Sie aufmerksam - nicht meine Wor-
te, sondern wie Sie Ihr Problem angehen. Wir ja-
gen immer nur der Hoffnung nach und sind immer-
fort enttäuscht. Wenn ich mit einer Hoffnung
scheitere, setzte ich eine andere an ihre Stelle, und
so mache ich immer weiter. Und da ich nicht weiß,
wie ich das Problem angehen soll, suche ich ver-
schiedene Fluchtwege. Doch wenn ich wüsste, wie
ich das Problem angehen sollte, dann hätte ich
keine Hoffnung nötig. Wichtig ist also nur her-
auszufinden, wie der Geist das Problem betrachtet.