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Man muss verstehen, was Liebe ist. Liebe ist nicht Sin-
nesempfindung. Liebe ist nicht Vergnügen, ist nicht Ver-
langen, ist nicht Erfüllung. Liebe ist weder Eifersucht
noch Hass. Die Liebe birgt Sympathie, Großzügigkeit
und Takt, aber diese Eigenschaften sind nicht Liebe.
Wenn man sie verstehen, ihr begegnen will, braucht man
große Empfänglichkeit, einen großen Sinn für die Schön-
heit. Nicht für die Schönheit einer Frau oder eines Man-
nes oder eines Kinostars. Die Schönheit ist nicht auf dem
Berg, im Himmel, in den Tälern oder im strömenden
Fluss. Die Schönheit ist nur da, wo die Liebe ist. Und
Schönheit, Liebe ist Erbarmen. Erbarmen hat kein Motiv,
es bleibt nicht da, wie es Ihnen gefällt. Diese Schönheit,
Liebe, Wahrheit ist die höchste Form der Intelligenz.
Wenn diese Intelligenz da ist, kommt es zur Handlung,
stellen sich Klarheit und ein großes Gefühl der Würde ein.
Das ist etwas Unvorstellbares. Und das, was man sich nicht
vorstellen kann, oder das Grenzenlose, kann man nicht in
Worte kleiden. Man kann es beschreiben. Die Philosophen
haben es beschrieben. Aber die Philosophien, die es be-
schrieben haben, sind nicht das, was sie beschrieben haben.